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Hintergrund für Session I

Zum „Globalen Deal“ für den Klimaschutz

Wissenschaftliche und politische Empfehlungen für die Klimastabilisierung unter einem neuen Abkommen für die Zeit nach 2012

Durch die Nutzung fossiler Brennstoffe hat die Menschheit große Mengen Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre ausgestoßen. Von 280 Teilen pro Million (ppm) in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ist die CO2-Konzentration auf heute 380 ppm angestiegen. Weil CO2 Sonnenwärme in der Atmosphäre hält, hat sich das globale Klima in dieser Zeit um rund 0,8 Grad Celsius erwärmt. Wissenschaftler erwarten bis zum Jahr 2095 eine Erwärmung um 1,1 bis 6,4 Grad Celsius – abhängig vom weiteren Ausstoß von Treibhausgasen.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind weit reichend und in einigen Fällen nicht absehbar. Der Anstieg des Meeresspiegels gilt als eines der größten Risiken. In einem wärmeren Klima sind schwere Regenfälle oder Dürren wahrscheinlich häufiger und intensiver. Extremwetterereignisse werden die landwirtschaftliche Produktion in vielen heute schon armen Ländern senken. Viele Pflanzen- und Tierarten werden sich voraussichtlich nicht an eine schnelle Erwärmung anpassen können. Sie sind vom Aussterben bedroht, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht schnell und einschneidend gesenkt wird.

Um die gefährlichsten Auswirkungen abzuwenden, hat die Europäische Union beschlossen, die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der globale CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 auf die Hälfte des Ausstoßes im Jahr 1990 reduziert werden. Das Maximum der jährlichen Gesamtemissionen muss in den nächsten 10 bis 15 Jahren überschritten sein. Volkswirtschaftliche Berechnungen zeigen, dass dies weniger als ein Prozent des Bruttosozialprodukts kosten würde. Es gilt keine Zeit zu verlieren: Die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls müssen noch in diesem Jahr mit den Verhandlungen über den „Globalen Deal“ beginnen. Spätestens im Jahr 2009 müssen sie zu einem Konsens gelangen, damit bis zum Ende des ersten Verpflichtungszeitraums 2012 ein neues Abkommen ratifiziert werden und in Kraft treten kann.

Die Industrieländer müssen als Hauptverantwortliche für den Klimawandel eine Führungsrolle beim Klimaschutz übernehmen und sich dazu verpflichten, ihre Emissionen bis zum Jahr 2020 bedeutend zu senken. Schwellenländer mit großem Wirtschaftswachstum müssen ebenfalls verhältnismäßig zum Klimaschutz beitragen. In einem gestaffelten System müssen beim Beitrag der Entwicklungsländer ihr Pro-Kopf-Ausstoß, ihr Pro-Kopf-Einkommen und die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt werden, die schon heute spürbar sind. Die globale Ausweitung des Emissionshandels ist ein wichtiger Teil des neuen Klimaschutzabkommens. Die Entwaldung, die global rund ein Fünftel des Ausstoßes verursacht, muss reduziert werden. Dabei erzielte Fortschritte müssen über neue Finanzierungsmöglichkeiten mit dem Emissionshandel gekoppelt werden.


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